Moderation

 

„Der Moderator hilft der Gruppe“ heißt die einfache Erklärung auf die Frage nach den Aufgaben eines Moderators. Klingt leicht, oder? Eine Gruppe zu moderieren, bedeutet flexibel zu sein, schnell passend reagieren zu können und Motivations- sowie Fragetechniken zu kennen.  Moderatoren sollten daher gut vorbereitet sein.

Planung

Der Moderator gestaltet den äußeren Rahmen und seine Aufgaben fangen schon vor dem Gruppentreffen an: Termin anberaumen, Raum auswählen, Gruppenmitglieder einladen und das Thema mitteilen. Dann geht die eigene Planung los: Moderations-Utensilien, Vorbereitung auf die Gruppe, Festlegen der Roadmap. Ein Minimum an Kenntnis über das angesetzte Thema ist übrigens sehr empfehlenswert, damit nicht schon in der Anmoderation der Gruppenarbeit das erste Fettnäpfchen getroffen wird.

Kommunikation und Gruppendynamik

Für jeden Moderator sind Kenntnisse der Kommunikation und Erfahrung mit Gruppendynamik unabdingbar. Moderatoren sollten sich ihrer Rolle bewusst sein: Sie sollten in der Lage sein, ein Gruppengespräch oder gar Diskussion einzuleiten und zu führen, d.h. beim Thema bleiben.

Kreativitätstechniken

Was, wenn keine Diskussion in Gang kommt? Da ist ein Moderator gefragt: Mit Hilfe von Kreativitäts- und Fragetechniken kann er Leben in die Gruppe bringen. Kreativitätstechniken sollte er verständlich erklären und sicher anwenden können. In der Praxis hat sich bewährt: Keine komplexen Regeln, bei denen die Gruppendynamik beim Verstehen der Technik schon ausgebremst wird. Die Auswahl der Kreativitätstechnik und deren Vorbereitung (Utensilien) sollten in der Planung dringend berücksichtigt werden.

Das Ergebnis einer 10-köpfigen Gruppe auf die Frage „Was ist Moderation“ sieht übrigens so aus. Ein gelungenes Team-Work finde ich.

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„Moderation“ als PDF zum Download

Zertifizierung in der podologischen Praxis

Vom 10. Bis 12. September fand am Universitätsklinikum RWTH Aachen die 18. Aachener Diätetik Fortbildung statt. Im Rahmen dieser Veranstaltung habe ich einen Vortrag über Zertifizierung eines Qualitätsmanagement-Systems (QMS) nach DIN EN ISO 9001 gehalten. Seit 2002 gehören Podologen zu den medizinischen Assistenz­berufen. Bisher gibt es noch keine gesetzliche Vorgabe, die den Nachweis eines QMS in der podologischen Praxis erzwingt.

Der Vortrag ließ in der anschließenden Diskussion die Gemüter hochkochen: Das Empfinden über ungerechte An­forderungen von externer Seite (Gesetzgeber und Krankenkassen landeten schnell in einem Topf) überblendete schnell positive Erfahrungen mit QM-Systemen einzelner Praxen. Dabei macht es keinen Unterschied, ob nur 3 Mitarbeiter oder zehn und mehr Angestellte vorhanden sind: Ein QM-System bietet Vorteile.

Gesetzliche Anforderungen

Wie bereits gesagt, gibt es noch keine konkrete gesetzliche Anforderung an podologische Praxen. SGB V § 135a „Verpflichtung zur Qualitätssicherung“ fordert bisher von Ärzten und medizinischen Versorgungseinrichtungen den Nachweis über ein QMS und dessen Weiterentwicklung.

Bestätigung der Qualitätsfähigkeit

Allgemein belegen Zertifizierungen von QM-Systemen die Qualitätsfähigkeit von Unternehmen. Die Aussage „ich kann mir meine eigene Qualität festlegen“ ist mit Vorsicht zu genießen. Berücksichtigt werden in einem QMS alle Anforderungen von externer Seite, die in ihrer Summe eine deutliche Mindestanforderung stellen.

Konkurrenzfähigkeit

Der Anteil der podologischen Praxen im Plenum stellte noch keine Mehrheit dar. Dass Zertifikate einen Markt- und Imagewert besitzen ist jedoch unbestritten. Sich frühzeitig für ein QMS zu entscheiden (zunächst auch ohne Zertifi­zierung möglich), ist eine gute Vorbereitung für die Zukunft. Inwieweit gesetzliche Forderungen sich in der Zukunft ändern, lässt sich nicht voraussagen. Gut für den, der gewappnet ist.

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Arbeitsaufwand

Natürlich bedeutet das Einführen eines QMS für podologische Praxen, die häufig nicht nur Kleinunternehmen, sondern Kleinstunternehmen sind, erhöhte Zeitinvestition. Das Erstellen eines Qualitätsmanagement-Handbuches erfordert in der Regel die meiste Zeit: hier müssen gemäß den Anforderungen der ISO 9001 Prozesse des Unter­nehmens, die die Qualitätssicherung belegen, aufgeschrieben sein.

Weiterer Zeit- und Geldaufwand stellen die regelmäßigen Audits dar. Diese sind nur bei einer Zertifizierung not­wendig. Zertifikate nach ISO 9001 sind drei Jahre gültig und beziehen sich auf das Unternehmen (nicht auf Perso­nen oder Dienstleistungen). Re-Zertifizierungen finden alle drei Jahre statt.

QM-Wissen erwerben

Ein Unternehmen, das ein QM-System einführt, muss dafür Sorge tragen, dass es auch verstanden wird. In kleineren Unternehmen ist der Austausch erfahrungsgemäß schnell möglich – er sollte jedoch organisierte und strukturierte Formen annehmen, damit QM-Prozesse auch gelebt werden: Schulungen, Einweisungen und Infor­mationsveranstaltungen für Mitarbeiter sind Voraussetzung.

Empfehlung: In jedem Unternehmen sollte es nicht nur die Funktion des Beauftragten für Qualität geben (Anforde­rung der Norm). Diese Funktion setzt kein QM-Wissen voraus und wird häufig von der Leitung übernommen, was auch sinnvoll ist. Damit der Kostenaufwand für externe Berater reduziert werden kann, ist es klug eine entspre­chend ausgebildete Person im Unternehmen zu haben. Für Angestellte könnte dies eine wichtige Qualifikation für die Zukunft werden. Mehr Informationen über Ausbildungen zum Qualitätsbeauftragten finden Sie hier: http://www.afk-schule.de. Die Lehrgänge enden mit einer Prüfung des TÜV PersCert Köln (Prüfung findet in Aachen statt!) und werden mit einem zeitlich unbegrenzten Zertifikat bestätigt. Der nächste Kurs beginnt am 16.11.2010. Anmeldung und organisatorische Fragen bitte über die AFK.

Vorteile eines Qualitätsmanagement-Systems

Mittel- bis langfristig ist eine Qualitäts- und Gewinnsteigerung zu erwarten. Die praktische Arbeit mit einem funktionierenden QMS bedeutet:

  • Struktur gewinnen
  • Optimieren von Arbeitsabläufen
  • Transparenz für alle Beteiligten.

Bei allem Aufwand, der notwendig ist, kann eine podologische Praxis mit einem QMS für die Zukunft nur gewinnen.

„Zertifizierung in der podologischen Praxis“ als PDF downloaden.

Wo ist der Plan?

Manchmal gewinnt man den Eindruck, dass Planen aus der Mode geraten ist. Wir verabreden uns kurzfristig, weil wir uns ja immer per Handy erreichen können. Wir schauen nicht mehr in den Stadtplan vor dem morgigen Termin, weil unser Navi den Weg kennt.  Planung scheint uncool zu sein, dabei ist sie sowas von wichtig.

Planung ist der erste Schritt der Qualitätssicherung. Salopp gesagt: Am Anfang nachdenken, was am Ende herauskommen soll. Und dazwischen liegt „was brauche ich dazu“. Rund ist die ganze Planung erst, wenn ich auch weiß, wie ich das Ende prüfen will.

PDCA – Plan do check act

Der Grundgedanke des PDCA-Zyklus ist alles, was der Planer braucht:

Planen: Was soll wie, mit wessen Unterstützung und mit welchem Material gemacht werden?

Planung erfordert Zeit, die sicherlich wertvoll ist – aber besser kann man sie nicht investieren als hier. Ein Plan sollte am Ende freigegeben werden, damit er zur gültigen Grundlage des nächsten Schrittes wird.

Machen: Das Geplante umsetzen.

Prüfen: Dieser Schritt muss geplant sein! Wer prüft, muss wissen, was er mit welcher Methode prüfen soll und wie der Bezugswert sein soll. Nur wenn ich einen Bezugswert habe, kann ich sagen, ob das Ergebnis in Ordnung ist. Im Projektmanagement spricht man hier von Meilensteinen.

Umsetzen: Beim Prüfen stelle ich fest, ob alles in Ordnung ist oder nicht. Und wenn nicht, weiß ich, was nicht in Ordnung ist. Diese Informationen müssen an die Planstelle zurückfließen, damit die nächste Planung optimiert werden kann. Protokollformulare bieten sich hier an.

Tipp

Das hört sich gut an: „Beim nächsten Mal müssen wir das anders machen.“ Und bis zum nächsten Mal haben wir dann vergessen, was wir anders machen wollten. Deshalb gibt es nur eine klare Lösung: Aufschreiben. Und zwar so aufschreiben, dass die wichtige Notiz beim nächsten Mal auch sichtbar ist (z.B. ein zentrales Notizbuch).

Was sich sofort ändern lässt, sollte auch sofort gemacht werden (z.B. Dateivorlagen – dieses Mal hat eine Info gefehlt; beim nächsten Mal soll eine Spalte in der Tabelle vorhanden sein).

blog.eMeurer.com Wo ist der Plan als PDF zum Download

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