Fernstudium: Der Weg der Einsendeaufgaben

(c) Rainer Sturm | pixelio.de

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Wollten Sie schon immer wissen, welchen Weg Einsendeaufgaben – das sind die Klausuren von Fernstudenten – nehmen, bis sie beim Fernlehrer sind? Dann lesen Sie meinen dritten Gastbeitrag auf fernstudium-infos.de.

Mein erster Beitrag war „Mein Job als Fernlehrerin der Klettgruppe„. Im zweiten Beitrag habe ich über den „Lehrgang zum Qualitätsmanagement: Qualitätsbeauftragte/r TÜV“ geschrieben.

Revision der DIN EN ISO 19011-2011

(c) S. Hofschlaeger @ pixelio.de

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Der „Leitfaden für Audits von Managementsystemen“ wurde Ende 2011 in überarbeiteter Fassung veröffentlicht. Der inhaltliche Schwerpunkt sind nun 1st- und 2nd-Party-Audit (interne und Lieferantenaudits). Zertifizierungsaudits werden in der neuen ISO/IEC 17021-2011 thematisiert. Interne Auditoren und Verantwortliche für Auditprogramme haben nun einen wesentlich besseren Leitfaden, der vom Zertifizierungsauditor in Zukunft durchaus empfohlen werden kann.

Für diejenigen, die in den letzten Jahren Checklisten erstellt, Formulare optimiert und die Auditdokumentation in den Griff bekommen haben, die gute Nachricht zuerst: Der empfohlene Ablauf von Audits ändert sich nicht. Das Handwerkszeug bleibt also erhalten.

Leitfaden für Audits

Nach wie vor ist die ISO 19011, die 2002 erstmalig veröffentlicht wurde, ein Leitfaden. Das heißt, sie formuliert keine verbindlichen Anforderungen, sondern spricht Empfehlungen aus. Neu ist in der aktuellen Fassung die Ausweitung auf Managementsysteme generell und nicht mehr die Einschränkung auf Qualitäts- und Umweltmanagementsysteme. Diese Änderung entspricht dem Bedürfnis von Unternehmen, die inzwischen über mehr als nur ein zertifizierungsfähiges Managementsystem verfügen und ihr integriertes Managementsystem möglichst effizient auditieren möchten.

Setzen Sie Auditziele

Das interne Audit ist ein Instrument zur regelmäßigen Überprüfung des Managementsystems und der Prozessleistung. Dementsprechend empfiehlt die ISO 19011 Auditziele in den Verantwortungsbereich der obersten Leitung zu verlegen. Die oberste Leitung soll Auditziele nicht alle selbst vorgeben, aber sicherstellen, dass alle durchzuführenden Audits einem gemeinsamen Ziel folgen. Mit dieser Empfehlung soll der häufigen Praxis entgegen gewirkt werden, den Auditplan des letzten Jahres neu zu datieren und inhaltlich nicht zu überarbeiten. Audits sollen brauchbare Ergebnisse liefern, die im Management-Review berücksichtigt und bewertet werden können. Die Managementbewertung soll wiederum zu effektiveren Zielsetzungen führen können. Die neuen Zielsetzungen wiederum können Einfluss auf interne Audits nehmen.

Optimieren Sie den Auditprozess

In größeren Unternehmen existiert die Aufgabenverteilung des Verantwortlichen für das Auditprogramm (meist der QMB) und des Auditleiters als durchführende Person (unterstützt von weiteren Auditoren). Die neue ISO 19011 macht den Verantwortlichen für das Auditprogramm eindeutig zum Prozessverantwortlichen. Ihm kommt neben der Auditplanung nun auch die Aufgabe der Auditüberwachung und -bewertung zu. Die Verbesserung des Auditprogramms selbst ist Gegenstand der Norm geworden.

Nachaudits reduzieren

Der Auditleiter ist nach wie vor verantwortlich für die ordentliche Durchführung von Audits. Dementsprechend lag die Entscheidung über Nachaudits bei ihm. Die neue ISO 19011 empfiehlt, die Entscheidung dem Verantwortlichen für das Auditprogramm (à QMB) zu übertragen. Durch diese Entscheidungsverlagerung kann die Anzahl der Nachaudits auf ein sinnvolles Maß reduziert und besser organisiert werden.

Kompetenzen von internen Auditoren

Welche Kompetenzen interne Auditoren und Auditoren für Lieferantenaudits haben sollen, soll jedes Unternehmen individuell regeln. Bisherige Empfehlungen zu Schul- und Ausbildung sowie Erfahrung entfallen; sie gelten nur noch für Zertifizierungsauditoren und sind Gegenstand der ISO/IEC 17021. Wichtig ist, dass Unternehmen das Wissen über Regelwerke und Branche definieren, wenn mehrere Managementsysteme auditiert werden sollen. Gleichzeitig mahnt die ISO 19011 zum Bewusstsein der Grenzen, wenn mehrere Managementsysteme gleichzeitig auditiert werden sollen. Drei Managementsysteme in einem internen Audit zu prüfen gilt noch als praktikabel – viele Unternehmen verfügen inzwischen jedoch über mehr als drei und sollten daher eine Entscheidung treffen, welche Managementsystem-Gruppen gebildet werden, um sie gemeinsam zu auditieren.

PDF-Datei zum Download: Revision ISO 19011

Qualitätsmanagement zum „Leipziger Allerlei“

Vortrag Leipziger Allerlei

Vortrag anlässlich „Leipziger Allerlei“

Am 18.02.2012 hat die Vereinigung Medizinisch-Technischer Berufe (VMTB) in der Deutschen Röntgengesellschaft e.V. zum zweiten Mal zur Fortbildungsveranstaltung „Leipziger Allerlei“ ins Universitätsklinikum Leipzig eingeladen. Ich bedanke mich herzlich für die Einladung, dort einen einführenden Vortrag zum Thema Qualitätsmanagement zu halten.

Qualitätsmanagement (QM) steht bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Gesundheitswesen meist nicht im guten Ruf. In der praktischen Umsetzung wird QM mit hohem Papieraufwand in Verbindung gebracht. Jedoch steckt hinter einem QM-System wesentlich mehr. „Management“ bedeutet immer, etwas aktiv steuern zu wollen und nicht nur auf äußere Einflüsse zu reagieren.

Qualitätsziele

Im Qualitätsmanagement sind Qualitätsziele wesentlich. Sie müssen definiert werden, damit ein gemeinsames Qualitätsverständnis entsteht und angestrebt werden kann. Eine Umsetzung von Qualitätszielen, die in einem festgelegten Zeitraum erreichbar sein sollen, ist sehr gut möglich, wenn das Personal beim Festlegen einbezogen wird. Prozesse (Standards) effizient und effektiv zu steuern, ist ein wesentliches Ziel des Qualitätsmanagements.

„Qualität ist Chefsache“ heißt es gerne in der Fachliteratur – was ich voll und ganz unterstütze. Jedoch ist Qualität auch Teamwork. Es ist notwendig, dass die Leitung sich im Qualitätsmanagement engagiert und nicht nur Pflichten delegiert. Nur so ist es in der Zusammenarbeit möglich, die interessierten Parteien des Hauses zu identifizieren und deren Zufriedenheit anzustreben.

Beispiel Personal – Forderungen der DIN EN ISO 9001:2008

Die ISO 9001 wird aufgrund ihrer Sprache häufig als abschreckend empfunden. Dabei sind die Normenforderungen auf jedes Unternehmen übertragbar und sind somit die Grundlage für ein kompatibles QM-System auf dem Markt. Die Normenforderungen an das Personal seien beispielhaft erläutert:

  • Qualifikationen festlegen

Mit Hilfe von Stellenbeschreibungen wird festgelegt, wer für welchen Bereich zuständig ist und welche Qualifikationen nachweisen muss.

  • Personal fort- und weiterbilden

Wissen veraltet. Neue Technologien, neue rechtliche Verordnungen usw. müssen vom Haus berücksichtigt werden. Dementsprechend ist Fortbildung unausweichlich.

  • Erfolg von Fort- und Weiterbildung feststellen

Ob die Schulungsmaßnahme Erfolg gebracht hat, sollte auf jeden Fall festgestellt werden. Hier lassen sich Verfahren festlegen, die ein leichtes Überprüfen ermöglichen. Indirekt wird dadurch die Qualität des Schulungsanbieters festgestellt.

  • Fort- und Weiterbildung planen

Fort- und Weiterbildung sollte regelmäßig stattfinden. Daher ist eine jährliche Planung empfehlenswert. Ob die Planung umgesetzt wurde, lässt sich anhand von Teilnahmebescheinigungen und Zertifikaten belegen.

Das Personal ist besonders im Dienstleistungssektor entscheidend für das Niveau der Prozesse. Dementsprechend erfüllen diese Anforderungen nicht nur gesetzliche und weitere Anforderungen, sondern sorgen auch dafür, dass Standards gesichert und verbessert werden können. In der Röntgenverordnung sind entsprechende Anforderungen ebenfalls verankert. Das QM-System hilft, eigene Standards festzulegen und sie gesetzeskonform umzusetzen.

 

Sicherheit mit Dokumentation und QM-Kontrollen

Die Dokumentation des QM-Systems bietet Sicherheit. Das Unternehmen kann bei gepflegter (stets aktueller) Dokumentation davon ausgehen, dass wie geplant gearbeitet wird. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gewinnen neben ihrer fachlichen Kompetenz daraus die Sicherheit, gemäß den gesetzten Qualitätszielen zu handeln.

  • festgeschriebene Standards = festgeschriebenes Niveau
  • aktuelle Dokumentation = aktuelles Know-how
  • Audits und Bewertungen = Chancen zu verbessern

Audits sind ein gängiges Kontrollinstrument des QM-Systems, das nicht die Person des Mitarbeiters kontrollieren will, sondern mit dessen Hilfe die Leistungsfähigkeit der Prozesse. Bei der Gelegenheit können Anregungen zur Verbesserung weitergegeben werden. Nach Audits werden nicht nur aufgedeckte Fehler beseitigt, sondern auch Maßnahmen für die aktive Qualitätsgestaltung ergriffen. Dazu gehören zum Beispiel auch Schulungsmaßnahmen.

Fazit: QM-Systeme …

  • schaffen Sicherheit
  • bieten Kontrollmöglichkeiten
  • helfen Fehler zu vermeiden
  • organisieren Abläufe effizient und effektiv
  • ermöglichen es, Anforderungen zu berücksichtigen

Ein QM-System wird lebendig durch die Transparenz und die sachliche Ausrichtung der Qualitätsziele.

 

QM zum „Leipziger Allerlei“ zum Download (PDF)

 

Mein Job als Fernlehrerin für die Klett-Gruppe

(c) Rainer Sturm | pixelio.de

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Wer sich für das Fernstudium interessiert kommt an der Website www.fernstudium-infos.de von Markus Jung nicht vorbei. Viele interessante Infos zum Fernstudium und Austausch im Forum machen die Seite attraktiv.

Mein erster Gastbeitrag „Mein Job als Fernlehrerin für die Klett-Gruppe“ hat schon die ersten positiven Rückmeldungen, worüber ich mich sehr freue. In den kommenden Wochen werden noch weitere Gastbeiträge folgen. Ich gebe einen Einblick ins Fernstudium aus meiner Perspektive als Tutorin und Autorin des Lehrgangs „Qualitätsbeauftragte/r TÜV“.

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