Qualitätsmanagement zum „Leipziger Allerlei“

Vortrag Leipziger Allerlei

Vortrag anlässlich „Leipziger Allerlei“

Am 18.02.2012 hat die Vereinigung Medizinisch-Technischer Berufe (VMTB) in der Deutschen Röntgengesellschaft e.V. zum zweiten Mal zur Fortbildungsveranstaltung „Leipziger Allerlei“ ins Universitätsklinikum Leipzig eingeladen. Ich bedanke mich herzlich für die Einladung, dort einen einführenden Vortrag zum Thema Qualitätsmanagement zu halten.

Qualitätsmanagement (QM) steht bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Gesundheitswesen meist nicht im guten Ruf. In der praktischen Umsetzung wird QM mit hohem Papieraufwand in Verbindung gebracht. Jedoch steckt hinter einem QM-System wesentlich mehr. „Management“ bedeutet immer, etwas aktiv steuern zu wollen und nicht nur auf äußere Einflüsse zu reagieren.

Qualitätsziele

Im Qualitätsmanagement sind Qualitätsziele wesentlich. Sie müssen definiert werden, damit ein gemeinsames Qualitätsverständnis entsteht und angestrebt werden kann. Eine Umsetzung von Qualitätszielen, die in einem festgelegten Zeitraum erreichbar sein sollen, ist sehr gut möglich, wenn das Personal beim Festlegen einbezogen wird. Prozesse (Standards) effizient und effektiv zu steuern, ist ein wesentliches Ziel des Qualitätsmanagements.

„Qualität ist Chefsache“ heißt es gerne in der Fachliteratur – was ich voll und ganz unterstütze. Jedoch ist Qualität auch Teamwork. Es ist notwendig, dass die Leitung sich im Qualitätsmanagement engagiert und nicht nur Pflichten delegiert. Nur so ist es in der Zusammenarbeit möglich, die interessierten Parteien des Hauses zu identifizieren und deren Zufriedenheit anzustreben.

Beispiel Personal – Forderungen der DIN EN ISO 9001:2008

Die ISO 9001 wird aufgrund ihrer Sprache häufig als abschreckend empfunden. Dabei sind die Normenforderungen auf jedes Unternehmen übertragbar und sind somit die Grundlage für ein kompatibles QM-System auf dem Markt. Die Normenforderungen an das Personal seien beispielhaft erläutert:

  • Qualifikationen festlegen

Mit Hilfe von Stellenbeschreibungen wird festgelegt, wer für welchen Bereich zuständig ist und welche Qualifikationen nachweisen muss.

  • Personal fort- und weiterbilden

Wissen veraltet. Neue Technologien, neue rechtliche Verordnungen usw. müssen vom Haus berücksichtigt werden. Dementsprechend ist Fortbildung unausweichlich.

  • Erfolg von Fort- und Weiterbildung feststellen

Ob die Schulungsmaßnahme Erfolg gebracht hat, sollte auf jeden Fall festgestellt werden. Hier lassen sich Verfahren festlegen, die ein leichtes Überprüfen ermöglichen. Indirekt wird dadurch die Qualität des Schulungsanbieters festgestellt.

  • Fort- und Weiterbildung planen

Fort- und Weiterbildung sollte regelmäßig stattfinden. Daher ist eine jährliche Planung empfehlenswert. Ob die Planung umgesetzt wurde, lässt sich anhand von Teilnahmebescheinigungen und Zertifikaten belegen.

Das Personal ist besonders im Dienstleistungssektor entscheidend für das Niveau der Prozesse. Dementsprechend erfüllen diese Anforderungen nicht nur gesetzliche und weitere Anforderungen, sondern sorgen auch dafür, dass Standards gesichert und verbessert werden können. In der Röntgenverordnung sind entsprechende Anforderungen ebenfalls verankert. Das QM-System hilft, eigene Standards festzulegen und sie gesetzeskonform umzusetzen.

 

Sicherheit mit Dokumentation und QM-Kontrollen

Die Dokumentation des QM-Systems bietet Sicherheit. Das Unternehmen kann bei gepflegter (stets aktueller) Dokumentation davon ausgehen, dass wie geplant gearbeitet wird. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gewinnen neben ihrer fachlichen Kompetenz daraus die Sicherheit, gemäß den gesetzten Qualitätszielen zu handeln.

  • festgeschriebene Standards = festgeschriebenes Niveau
  • aktuelle Dokumentation = aktuelles Know-how
  • Audits und Bewertungen = Chancen zu verbessern

Audits sind ein gängiges Kontrollinstrument des QM-Systems, das nicht die Person des Mitarbeiters kontrollieren will, sondern mit dessen Hilfe die Leistungsfähigkeit der Prozesse. Bei der Gelegenheit können Anregungen zur Verbesserung weitergegeben werden. Nach Audits werden nicht nur aufgedeckte Fehler beseitigt, sondern auch Maßnahmen für die aktive Qualitätsgestaltung ergriffen. Dazu gehören zum Beispiel auch Schulungsmaßnahmen.

Fazit: QM-Systeme …

  • schaffen Sicherheit
  • bieten Kontrollmöglichkeiten
  • helfen Fehler zu vermeiden
  • organisieren Abläufe effizient und effektiv
  • ermöglichen es, Anforderungen zu berücksichtigen

Ein QM-System wird lebendig durch die Transparenz und die sachliche Ausrichtung der Qualitätsziele.

 

QM zum „Leipziger Allerlei“ zum Download (PDF)

 

QM im Webinar

Online-Akademie von Elke Meurer

Eröffnung meiner Online-Akademie: https://my.edudip.com/academy/eMeurer. Ab Dezember 2011 wird es in regelmäßigen Abständen eine „offene Sprechstunde“ geben. Themen aus und für die Praxis von Qualitätsmanagern stehen auf dem Plan. Die Teilnahme an der QM-Sprechstunde ist kostenlos.

Seit einigen Jahren lerne ich viele Qualitätsmanager kennen – auf Fachtagungen, in Seminaren oder in fachbezogenen Chats. Die Gespräche drehen sich um den Alltag: Audits vorbereiten und nachbereiten, Chefs und Kollegen überzeugen, hohe Kundenanforderungen erfüllen, rechtliche Anforderungen berücksichtigen, auf dem aktuellen Stand sein. Interessant ist bei den Gesprächen der vielfältige Hintergrund, denn Qualitätsbeauftragte und -manager gibt es in allen Branchen und in allen Firmengrößen.

Webinar – mehr als Chat

Was ich toll finde: man kann sich auch hören. Die Plattform der Online-Akademie bietet mir als Moderatorin die Möglichkeit, Ihnen zu zeigen, was ich meine. Ich kann eine Präsentation hochladen und während des Webinars zeigen. Gleichzeitig sehen und hören Sie mich dabei. Es ist jedoch keine einseitige Kommunikation, denn Sie können jederzeit in einem Live-Chat Ihre Fragen stellen und Anmerkungen loswerden. Zusätzlich – und nur, wenn Sie das möchten – kann ich Sie live hinzuschalten und mit Ihnen sprechen.

Die QM-Sprechstunde am 5.12.2011

Am 5. Dezember 2011 ist der Startschuss. Um 16.45 Uhr beginnt die erste QM-Sprechstunde mit meinem Kurzvortrag „Kollegen auf Audits vorbereiten“.

Hier finden Sie die Ankündigung zur QM-Sprechstunde als PDF zum Download.

Plattform edudip

Eine Registrierung ist dafür notwendig https://my.edudip.com/r/z9rb. Die Registrierung ist kostenlos. Dort können Sie auch an weiteren kostenlosen oder auch kostenpflichtigen Webinaren teilnehmen. Das Angebot ist breit gefächert.

QM im Webinar als PDF-Datei downloaden

 

Fachtagung Qualitätsmanagement 2011 im Rückblick

 

(c) Elke Meurer

Vom 15. bis 16. November 2011 fand in Frankfurt die diesjährige Fachtagung Qualitätsmanagement statt. Das Motto der 4. Veranstaltung der WEKA Akademie lautete „Prozesse – schlank, effektiv und kundenorientiert“. Nachdem ich meinen eigenen Vortrag gehalten hatte, konnte ich den interessanten Beiträgen meiner Kollegen zuhören.

Moderatorin und Veranstalter hatten sich etwas einfallen lassen. Immerhin waren unter den Gästen Teilnehmer der ersten Stunde, die seit 2008 keine Fachtagung ausgelassen haben. Das Programm war auch dieses Jahr wieder sehr gut ausgewählt und um eine Neuerung ergänzt: die Dinner Speech.

Kommunikationsprofis zum Auftakt

Bereits am Vorabend zur Fachtagung fand die Dinner Speech statt: ein gemeinsames Abendessen der angereisten Teilnehmer mit anschließendem unterhaltsamen Beitrag von Helmut Hein unter dem Motto „Der QMB als Kommunikationsprofi“. Ohne eine einzige Darstellung aus der Kommunikationstheorie machte er jedem Zuhörer Rollenverhältnis und Nachrichtenquadrat mit Praxisbeispielen mehr als deutlich.

Das symbolische „Packerl“ im Gespräch wanderte zwischen QMB und unkooperativen Abteilungsleitern, QMB und kalkulationseifrigen Chefs, Personalbüro und trotzigen Mitarbeitern. Hein zeigte Lösungen für die Situationen, die jedem irgendwie vertraut erschienen. Anregung für die anschließenden Tischgespräche war damit sicherlich gegeben.

Prozesse – schlank, effektiv und kundenorientiert

Die fast 70 Gäste durchlebten eine stramme Vortragsreihe: jeder Referent hatte eine Stunde Zeit, sein Thema vorzustellen; insgesamt 7 Vorträge gab es – unterbrochen von Pausen mit kulinarischen Köstlichkeiten.

„Projektmanagement für QM-Beauftragte“ lautete mein Vortrag, der in Kürze zusammengefasst auch hier im Blog zu finden ist.

Rechtsanwalt Philipp Reusch erläuterte Entwicklungen im Produkthaftungsrecht mit Beispielen aus der produzierenden Industrie. Zum Abschluss seines Vortrages stellte er noch Bezüge zu Produkthaftungsrisiken in USA und China her.

Top Down

Die Moderatorin der Veranstaltung, Stefanie Gertz, betonte in ihrem Vortrag über Prozessmanagement das Top Down-Vorgehen bei der Prozessoptimierung. Qualitätspolitik sollte weniger werbewirksam sein, aber dafür mehr Identifikation für die Mitarbeiter bieten. Das schrittweise Einführen von Prozessmanagement ist nur wirkungsvoll möglich, wenn zunächst ein Soll-Zustand definiert wird. Im Vergleich mit dem Ist-Zustand erschließt sich aus der  Analyse der angemessene Handlungsbedarf. Bei der Umsetzung von Maßnahmen ist die Beteiligung der Mitarbeiter unabdingbar.

QFD und Kaffeemaschinen

Dr. Alexander Schloske vom Fraunhofer Institut, Abteilungsleiter Produkt- und Qualitätsmanagement, stellte die Vorzüge der Methode „Quality Function Deployment (QFD)“ an mehreren Produkten vor. Bei den durchgeführten Projekten  waren Kundenwünsche maßgebend für die weitere Produktentwicklung und wurden systematisch ermittelt. Mit QFD steht nicht nur der Kundenwunsch im Mittelpunkt, sondern auch der Abstand zur Konkurrenz.

Welche Auswirkungen Lean Management auf den Kunden hat, erläuterte Jochen Kleh von festool engineering. Im Vordergrund seines Vortrages standen nicht die bekannten Schlagworte wie Kanban oder PDCA, sondern die Nachhaltigkeit von Lean Management. Sein Credo „Lean Management ist eine Grundhaltung, die bei konsequenter Umsetzung zum Erfolg führt“.

Balanced Score Card und Neues aus dem ISO Komitee

Das Steuerungsinstrument Balanced Score Card (BSC) stellte Mario Krauß in seinem Vortrag vor. Mit Hilfe der BSC werden Strategiebeschlüsse in messbare Ziele heruntergebrochen. Das Projekt sorgt für die Steuerungsmöglichkeit der klassischen 4 BSC-Perspektiven: Finanz-, Prozess- und Kundenperspektive sowie Lernen und Entwicklung. Für die Unternehmensleitung ergibt sich ein Kennzahlen-Cockpit.

Zum Abschluss referierte Ian Campbell in seiner Funktion als Schweizer Mitglied des TC 176 über Entwicklungen rund um die Normenreihe ISO 9000. Möglicherweise steht für das Jahr 2015 eine überarbeitete Fassung bevor. Die  Hintergründe dazu und seine Ausführung zum „Aschenbrödel ISO 9004“ sind jedoch einen eigenen Blog-Beitrag wert. Den finden Sie in Kürze hier.

PDF-Download: Fachtagung QM 2011 im Rückblick

QM effektiv – Fachtagung Qualitätsmanagement 2011

Fachtagung QM | (c) WEKA AkademieVom 15. bis 16. November findet die diesjährige Fachtagung Qualitätsmanagement der WEKA Akademie statt. Es lohnt sich diesen Termin schon jetzt im Kalender festzuhalten. Und wenn Sie gerade nachschauen: Haben Sie schon am 14. November abends etwas vor? Mit der „Dinner Speech“ beginnt auf entspannte Art und Weise eine abwechslungsreiche Tagung.

Bereits zum vierten Mal findet die Fachtagung Qualitätsmanagement statt und hat während der vergangenen Jahre ein treues Stammpublikum aufgebaut. Jedes Jahr werden neue Themen auf die Agenda gesetzt, die das Fach-Publikum interessieren.

Ich freue mich schon jetzt auf interessante Themen und regen Austausch mit Referenten und Ihnen!

Vortrags-Programm vom 15. November

Eine breit gestreute Themenwahl aus unterschiedlichen Branchen erwartet Sie:

  • Projektmanagement für QMB zunehmend von Bedeutung – Referentin: Elke Meurer, eMeurer Qualitätsmanagement, Eupen
  • Neue Entwicklungen im Produkthaftungsrecht – Referent: RA Philipp Reusch, Reusch Rechtsanwälte, Saarbrücken
  • Prozessmanagement – Referentin: Stefanie Gertz, Unternehmensberatung für Organisation und Qualitätsmanagement, Alpen
  • Quality Function Deployment (QFD): Mit diesem Werkzeug gestalten Sie Ihre Leistungen kundengerecht! – Referent: Dr. Alexander Schloske, Abteilungsleiter Produkt- und Qualitätsmanagement, Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung (IPA), Stuttgart
  • Praxisbericht: Lean Management und die Auswirkungen auf den Kunden am Beispiel von Daimler – Referent: Jochen Kleh, Manager, Expertentrainer in indirekten Lean-Management Ausbildungsprojekten
  • Balanced Scorecard (BSC) – ein Instrument zum zielgerichteten Einsatz von Ressourcen – Referent: Dipl.-Kfm. (Univ.) Mario Krauß, QM-Auditor, Fachkraft für Arbeitssicherheit, krauss management, Adelsried
  • Aus dem ISO-Komitee – die Weiterentwicklung der ISO QM-Normen – Referent: Ian Campbell, Ürikon, Schweiz, Leiter der Schweizer Delegation im ISO Technischen Komitee TC 176 – Qualitätsmanagement

Workshop am Folgetag

Es hat bereits Tradition: Nachdem der Vortragstag mit einem gemeinsamen Abendessen und Gelegenheit zum Austausch ausgeklungen ist, wird das Publikum aktiv. In diesem Jahr werden drei parallel laufende Workshops angeboten:

  • Projektmanagement/Prozessmanagement
  • Balanced Scorecard (BSC)
  • Quality Function Deployment (QFD)

Nach dem Mittagessen werden die Workshop-Ergebnisse in einer kurzen Präsentation vorgestellt. Zum Abschluss gibt es noch einen Vortrag:

  • Methoden und Werkzeuge zur Analyse und Optimierung administrativer Prozesse – Referent: Techn. Dipl.-Betriebsw. (FH) Oliver Schöllhammer, Projektleiter Produkt- und Qualitätsmanagement, Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung (IPA), Stuttgart

Das vollständige Programm und weitere Informationen zum Tagungshotel finden Sie hier: http://www.fachtagung-qm.de/. Bitte geben Sie bei der Buchung das Stichwort „QM effektiv“ an.

Wir sehen uns im November!

PDF zum Download von „Fachtagung QM 2011“

Qualitätsmanagement ist trocken und eintönig – wirklich?

Fachtagung Qualitätsmanagement 2010 | Foto: Elke MeurerAm 9. und 10. November fand in München zum dritten Mal die Fachtagung Qualitätsmanagement statt. Aktuelle Informationen und Trends, Austausch und spannende Vorträge – vielfältige und kurzweilige Tage für Teilnehmende und Referenten.

Es ist bereits ein bewährtes Rezept: Am ersten Tag stehen abwechslungsreiche und praxisnahe Vorträge auf dem Programm. Der zweite Tag bietet mit 4 Workshops eine Vertiefung von verschiedenen Themen.

Ein Netzwerk entsteht

Das gemeinsame Thema verbindet Teilnehmer aus ganz Deutschland und aus den verschiedensten Unternehmen. Einige Gäste sind Teilnehmer der ersten Stunde. Egal, ob Produktionsfirma oder Dienstleister: Für alle ist etwas dabei. Die Pausen geben zudem die Möglichkeit zum Gespräch, was sich sehr gut beim Abendessen fortsetzen lässt.

Die Vortragsreihe

Vorträge, die sich hören und sehen lassen können:

Die Workshops

Das Workshop-Angebot findet bei den Teilnehmern der Fachtagung stets regen Anklang. Im Workshop I vertiefte Helmut Hein das Thema „Mitarbeiterqualifizierung“, während parallel im Workshop II Bastian Quattelbaum die Teilnehmer  in sein Thema „Perceived Quality – Wahrgenommene Produktqualität“ einbezog.

Torsten Moch führte die Teilnehmenden im Workshop III an die „Business Impact Analyse“ als Teil des Business Continuity Managements heran. „Die richtige Bewertung nach der neuen EFQM-RADAR-Logik“ stand im Workshop IV mit Dr. André Moll auf dem Programm.

Danke

Mein Dankeschön geht an die Tagungsleiterin, Stefanie Gertz, und an das Team der WEKA Akademie. Sie sorgten für einen reibungslosen Programmablauf, wobei gelegentlich Verbesserungspotential des Tagungshotels freigesetzt wurde…

Bericht zur Fachtagung als PDF downloaden.

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