Adventsgeschichte zur Bildung

Irgendwann kommt diese Frage in nahezu jedem Kurs: „Warum soll ich die Prüfung zum Qualitäts-Beauftragten überhaupt machen? Ich kann mir sowieso nicht vorstellen in dem Bereich zu arbeiten.“ Aber Qualifikationen sind wichtig! Und damit meine Erklärung nicht zu trocken wird, begeben wir uns in den Straßenverkehr. Ich verrate Ihnen auch, was mein Onkel damit zu tun hat.

Die Prüfung zum Qualitäts-Beauftragten vergleiche ich gerne mit der Führer­schein-Prüfung. Viele legen sie ab und freuen sich über den Schein – ob sie zum guten Autofahrer taugen, zeigt sich erst später. Einige fahren noch nicht einmal gerne Auto und lassen es sein, was oft sogar gut ist. Aber immerhin haben sie die Verkehrsregeln gelernt und gewinnen (Selbst-)Sicherheit.

Mit Wissen ein erfolgreicher Beifahrer werden

Mein verstorbener Onkel war leidenschaftlicher Autofahrer und auch Berufskraftfahrer. Somit war er in der Familie eine anerkannte (und vielleicht auch selbsternannte) kompetente Fachkraft auf dem Gebiet des Straßen­verkehrs. Nennen wir diesen Onkel Josef.

Josef hat einen Bruder, den wir jetzt Peter nennen, der überhaupt keine Ahnung vom Autofahren hat. Einen Führerschein hat er nie gemacht. An roten Ampeln muss man stehen bleiben und über einen Zebrastreifen darf er rübergehen. Das weiß er und das muss reichen. In seinem Dorf gibt es wenige Ampeln und noch weniger Zebra­streifen, aber ein bisschen Wissen für die Großstadt kann ja nicht schaden. Peter fährt mit öffentlichen Verkehrs­mitteln oder wird gelegentlich von irgendwem irgendwohin gefahren.

Josef fährt Peter irgendwohin. Sie fahren auf der Landstraße und Josef gibt seiner kleinen Schwäche für das Gaspedal nach. Peter entdeckt am Straßenrand diverse Schilder mit einer 70 im roten Kreis. Aus dem Verhalten und Meckern seiner sonstigen Chauffeure weiß er, dass man da langsamer fahren muss. Er meint also zu Josef: „Du musst doch langsamer fahren.“ Dieser weiß natürlich weltmännisch zu antworten: „Ach Peter… das gilt doch pro Person. Ich fahr doch schon langsamer…“

Wissen ist Macht

Wer will sich schon an der Nase rumführen lassen? Peter hatte sehr wohl bemerkt, dass sein Bruder ihn kräftig auf die Schippe nahm. Aber ohne passende Argumente – und seien sie noch so einfach – wird es schwieriger.

Dementsprechend kann ich auf die eingangs gestellte Frage nur antworten: Lernen Sie und legen Sie die Prüfung ab. Zeigen Sie anderen ruhig, dass Sie Grundwissen mitbringen – damit keiner versucht, Ihnen Märchen aufzutischen.

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2 Kommentare

  • Das ist aber eine nette Adventsgeschichte. Übrigens: Wussten Sie, dass ich im ersten Leben Fahrlehrer war? Aus dieser Erfahrung kann ich nur bestätigen: Das Wissen, Können und der Schein macht die Menschen per se selbstsicherer. Gerade im Straßenverkehr. Qualitätsmanagement halte ich ohnehin für eine Schlüsselqualifikation für Fach- und Führungskräfte. Aber wem schreib ich das…

    Liebe Grüße!
    Lars Hahn (auch Qualitätsbeauftragter ;-))

  • Das ahnte ich natürlich nicht :-)… Wie schön, dass Sie meinen Eindruck und meine Meinung teilen.
    Viele Grüße

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