Todsünden eines Referenten

 

Ratgeber für gute Präsentationen gibt es viele und anschauliche Studienfälle oder gar Vorbilder wie Steve Jobs findet man auch.  Trotzdem fallen einige Sünden immer wieder auf.

Wer selbst regelmäßig referiert und sich mit Präsentationstechnik befasst, achtet sehr stark auf Präsentationen anderer – da geht es mir nicht anders. Ob diese Präsentationen 10 oder 30 Minuten dauern, anlässlich von Präsenzveranstaltungen oder Webinaren dargeboten werden: es gibt nur einen, der wichtig ist! Das ist der Zuhörer / Zuschauer.

Ich bin sicher, dass bereits in irgendeinem Blog eine vergleichbare Aufstellung zu finden ist, aber ich kann es nicht lassen, meine Beobachtungen aufzuschreiben (und vielleicht ein bißchen zu überspitzen).

Liebe Kolleginnen und Kollegen, bitte stimmen Sie ein:

1. Rumjammern

Wir wissen bereits, dass die Welt schlecht ist. Das Gejammer, die Zeit sei ja so knapp, weil der Veranstalter nicht mehr zur Verfügung stellt (dieser Geizkragen) oder weil der Vorredner, dieser dilettantische Amateur, seine Rede gnadenlos überzogen hat. Besonders wirkungsvoll ist das Gejammer übrigens noch vor der Begrüßung. Da weiß man als Zuhörer gleich mit wem man es zu tun hat.

2. Zeit nicht einhalten

Warum wollen Sie sich unbedingt als dilettantischen Amateur darstellen und Ihrem Nachfolger die Vorlage zum Jammern bieten? Strengen Sie sich an, positiv aufzufallen. Wie? Ach, Sie haben sich bei der Vorbereitung so viel Mühe gemacht? Ja, stimmt. Sie geben sich nur nicht die Mühe, höflich zu sein.

3. überfüllte Folien

Wollten Sie eigentlich ein Buch schreiben oder waren Sie lediglich zu faul ein separates Handout für Ihr geschätztes Auditorium anzufertigen? Es ist doch mittlerweile bekannt, dass PowerPoint & Co. ein visuelles Hilfsmittel und nicht der Ersatz für Ihre vergessenen Notizen sind. Aber schön, dass Sie es geschafft haben, Ihre komplette Biographie und Kontaktdaten in Schriftgröße 10 noch auf die letzte Seite zu fummeln.

4. Publikum zurechtweisen

Ja, so was gibt’s! Da raunt der Referent einen seit mehreren Präsentationen dort sitzenden Gast an, er solle doch bitte ruhig sein, weil man sich konzentrieren müsse. Was glauben Sie denn, was der Gast dort versucht? Statt sein Interesse zu wecken und seine Konzentration zu fördern, spielen Sie Diva. Er wird es Ihnen hoffentlich mit gezielten Fragen danken.

5. Rumleiern

Alle schweren Sünden fangen mit „rum“ an. Die Stimme gehört zu den wichtigsten Instrumenten eines Redners (nicht die lustigen, bunten Bildchen). Falls Sie am Publikum Ihre letzten Erkenntnisse Ihres VHS-Hypnose-Kurses ausprobieren wollen, sagen Sie bitte vorher Bescheid.

6. Hintergrundbilder auf dem Laptop

Ballermann? Ach, das war nur Ihr Junggesellenabschied. Müssen Sie sich denn unbedingt als Tutti-Frutti-Fan outen? Da ist man ja froh, wenn man nur Ihre Familiengalerie bewundern muss.

Und was haben Sie schon so erlebt?

3 Kommentare

  • Also ich finde es sehr einschläfernd, wenn jemand eine sehr monotone Stimme hat. Oftmals kommt sowas in Kombination mit Punkt 3 😉

    Auch wenn das oftmals einfach persönliche Eigenschaften sind, denke ich, man kann an sowas auch ganz gut arbeiten oder sich etwas Mühe geben. Oder realisieren das viele Menschen einfach gar nicht?

    Beste Grüße,
    Steffen Jung

  • Christiane Kolb

    Hallo auch wenn diese Gedanken schon älter sind. Ich muss echt lachen, denn ich durfte schon so viele Vorträge erleben und das Schlimmste ist, wenn das Gleiche immer wieder in einer anderen Form erzählt wird und das gilt nicht nur für Vorträge sondern auch für Besprechungen.

    Viele Grüße
    Christiane Kolb

  • Ja, es ist wirklich erschreckend wie aktuell der Beitrag immer noch ist ;-).

    Viele Grüße
    Elke Meurer

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