Brainstorming

Das kennen wir doch alle noch aus Schulzeiten: einfach durcheinander reden! – So mag die immer noch sehr beliebte Methode im Gedächtnis geblieben sein, aber sie ist vielfältiger als man denkt: Sie lässt sich variieren und mit sinnvollen Regeln versehen.

Eine Gruppe sitzt zusammen und soll eine Aufgabe lösen – sei es während eines Coachings, eines Lehrganges oder in einer innerbetrieblichen Teamsitzung. Diese Gruppe braucht auf jeden Fall einen Moderator, der die Gruppe anleiten und die Methode erläutern kann.

Gruppe vorbereiten

Wenn angekündigt wird, dass „wir jetzt ein kleines Brainstorming machen“ nicken die meisten Teilnehmer und deuten damit an zu wissen, was jetzt kommt. Dennoch sollte die gewählte Variante und die Regeln noch einmal erläutert werden. Manche Regeln wie „ausreden lassen“ sind im Eifer des Geschehens nicht mehr präsent. Es ist hinderlich, wenn das Brainstorming in Bewegung kommt und die Teilnehmer anfangen auf Regeln hinzuweisen, die sie irgendwann mal gehört haben, und sie diskutieren.

Varianten des Brainstormings

Zwei Varianten und deren Vor- und Nachteile möchte ich kurz vorstellen, die möglicherweise auch unter anderen Namen bekannt sind:

„Reihum“

Jeder Teilnehmer nennt eine Idee. Dabei geht es recht geordnet zu: Es wird ein Kreis gebildet und ein beliebiger Teilnehmer fängt an. Er/Sie nennt eine Idee und danach ist der Nachbar dran, der wiederum seine Idee nennt usw. bis der Kreis geschlossen ist.

„Popcorn“

Ähnlich wie das Popcorn in der Pfanne springt, so springen die Ideen in der Runde. Jeder Teilnehmer bringt eine beliebige Anzahl von Ideen ein, ohne sich dabei an eine bestimmte Reihenfolge zu halten.

Reihum Popcorn
Vorteile Jeder macht mit. Sehr viele Ideen und Assoziationen.
Nachteile Ideenfluss wird durch Einschränkung auf eine Idee gehemmt. 

Reaktion auf Ideen anderer nur eingeschränkt möglich.

Manche beteiligen sich nicht.

Welche Variante nun eingesetzt wird, hängt von der Situation ab: Ist die Gruppe relativ klein (ca. 4-5 Personen), besteht weniger die Gefahr, dass jemand nicht zu Wort kommt.

Als anfängliche Assoziation, wonach vielleicht ein weiteres umfassendes Brainstorming gemacht werden soll, ist die Variante „Reihum“ ebenso sinnvoll, weil jeder nur seinen Favoriten unter den Ideen nennt.

Regeln, die beachtet werden sollten

Die meisten dieser Regeln sind bekannt – und es ist ungemein wichtig, dass sie berücksichtigt werden. Der Moderator sollte sich angemessen Zeit nehmen, die Regeln zu erläutern und die Zustimmung aller Teilnehmer zu diesen Regeln einzuholen.

1. Zeit zum Nachdenken

Oftmals prägen die ersten geäußerten Ideen und geben eine bestimmte Richtung vor. Während einer kurzen Bedenkzeit hat jeder die Gelegenheit eigene Ideen zu entwickeln und kann somit zu einer gewünschten Vielfalt beitragen.

2. Her mit den Ideen!

Es gibt keine „verrückten“ Ideen. Was machbar ist oder nicht wird erst später entschieden.

3. Kritik ist tabu!

Jede Idee wird unkommentiert angenommen; auslachen und abfällige Geräusche/ Bewegungen sind ebenfalls tabu. Wenn die Teilnehmer bereits Kenntnisse in der Kommunikationstheorie haben, dürfte bekannt sein, dass Gestik, Mimik und akustische Signale auch signalisieren, was man gerade denkt.

4. Ideen aufgreifen und weiterspinnen

Davon lebt ein Brainstorming! Ideen aufzugreifen bedeutet nicht, Ideen zu klauen. Wer weiterspinnen kann, brauchte die Grundlage der ersten Idee.

5. Viele Ideen

In dieser Phase ist Quantität gefragt. Welche Ideen verworfen werden, wird erst später entschieden. Meistens lassen sich Ideen gruppieren.

6. Ideen visualisieren

Entweder schreibt jeder Teilnehmer seine Ideen selbst auf (Pinnwand, Flip-Charts, Whiteboard etc.) oder der Moderator übernimmt diese Aufgabe. Dies sollte vor Beginn des eigentlichen Brainstormings geklärt werden.

Mein Tipp

Egal für welche Variante des Brainstormings man sich entscheidet: Die Aufgabe des Moderators, die Regeln zu erklären und zu beachten ist wichtig. Dann bleibt die Sitzung auch nicht als „Durcheinander wie in Schulzeiten“ im Gedächtnis.

„Brainstorming“ als PDF zum Download

Ein Kommentar

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.